CLAUS PACK - Boeckl im Abendakt
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Claus Pack, Wien 1921 - 1997 Wien
"Boeckl im Abendakt"
Öl auf Leinwand 1958,
verso Nachlass-Stempel, 200 x 300 cm
Claus Pack lernte Herbert Boeckl bereits im Winter 1940/41 kennen und "schon damals umgab ihn ein Mythos. Wer den Aktsaal betrat, hatte das Gefühl, am Nabel der Akademie zu sein," schrieb Pack in seinem Artikel mit dem Titel "Zeichnet´s Form!", jener beschwörenden Forderung, die Boeckl stets an seine Studenten richtete. In den 50er Jahren holte dieser den jungen Claus Pack als Assistent nach Wien. Pack übersetzte, wie das vorliegende Gemälde eindrucksvoll belegt, seine in der Folge im Aktsaal gesammelten Erfahrungen mit dem "väterlichen Freund" in fulminanter Weise in die Sprache seiner eigenen Malerei.
"Boeckl bemühte sich, das Modell stets sehr akzentuiert zu stellen, das heißt, nichts dem Zufall zu überlassen. Die Pose musste von vornherein in einem gewissen Sinn das formale Problem (Formen im Raum) bereits interpretieren.
"Boeckl bemühte sich, das Modell stets sehr akzentuiert zu stellen, das heißt, nichts dem Zufall zu überlassen. Die Pose musste von vornherein in einem gewissen Sinn das formale Problem (Formen im Raum) bereits interpretieren. Das war schon bei einem Modell ziemlich schwer, da man in Betracht zu ziehen hatte, dass die Studenten die Figur bei den Gelegenheiten des Aktsaals zugleich von mehreren Seiten zugänglich vor Augen haben sollten. Es musste also "allsichtig" gestellt werden, ein Problem, das mit Gruppen - zwei, drei Modellen, wie sich öfter verwendet wurden - noch schwieriger wurde. Galt es doch dann, Haltung, Posen und Figurenräume wieder so aufeinander abzustimmen, dass eine bestimmte, wenn auch innere, Aktion ausgedrückt wurde, das Ganze einen "Sinn" erhielt. ... Der neue Aktsaal, der während des Kriegs entstand, hatte ... auch in der Beleuchtung wesentliche Neuerungen. Außer mit zwei fahrbaren Scheinwerferbatterien konnte man die Modelle nun auch von oben mit vier Scheinwerfern beleuchten. Diese Anordnung gab die Möglichkeit, mit dem Licht Formales und Räumliches hervorzuheben und zu betonen, oder andererseits ganze Partien in Schatten zu hüllen. Es konnten so Analogien zu ganzen Kapiteln der Kunstgeschichte durchexerziert werden, wobei Boeckl immer wieder die Namen Velásquez, Manet und Cézanne beschwor. ... Boeckl sah das Naturstudium im Aktsaal immer in Verbindung zu einer lebendig gehaltenen Tradition, die es nicht nachzuahmen galt, sondern neu, durch das Studium des Modells, zu Leben zu erwecken." (aus: Claus Pack, Was unsere Augen denken, Wien 1997)
   
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